Heiß-Kalt-Einstelltränkverfahren
Die Heiß-Kalt-Einstelltränkung gehört zu den Nichtdruckverfahren und wird heute vor allem für die Imprägnierung von Baum-, Weinbergs- und Obstbaumpfählen angewendet. Eine Besonderheit dieses Verfahrens liegt darin, dass lediglich der besonders stark durch Holz zerstörende Pilze gefährdete untere Bereich der Pfähle (Erd-Luftzone) imprägniert wird, während der obere Teil unbehandelt bleibt. Es hat sich über viele Jahrzehnte bewährt und das Ergebnis sind Produkte mit einer besonders langen Haltbarkeit.
Verfahrensablauf
Beim Heiß-Kalt-Einstelltränkverfahren wird Imprägnieröl zusammen mit dem Imprägniergut (Holzpfähle für den Wein- und Obstbau) auf eine Temperatur von 110 ± 5 0C erhitzt. Diese Temperatur wird 2 Stunden gehalten und anschließend im Tränkbad auf ca. 50 0C abgesenkt. Teilweise wird eine nochmalige Erwärmung auf ca. 65 0C nachgeschaltet.
Zum Einsatz kommen hierbei Imprägnieröle der W.E.I.-Typen B und C, die sich durch hohe Wirksamkeit und Umweltverträglichkeit auszeichnen. Viele Hersteller sind momentan in der Umstellungsphase von Typ B auf Typ C: Letzterer ist noch geruchsärmer und zeigt ein nochmals verbessertes Fixierverhalten.
Wirkungsprinzip
Wenn trockene bis halbtrockene Hölzer zunächst in warmer Tränkflüssigkeit gelagert werden, dehnt sich die im Holz befindliche Luft aus. Bei nachfolgender Abkühlung entsteht – in Abhängigkeit von der Temperaturdifferenz – ein geringes Vakuum im Holz, durch das (nach der anfänglichen Spontanaufnahme) weitere Tränkflüssigkeit in das Holz hineingesaugt wird.
