Chemischer Holzschutz
Vom sogenannten bekämpfenden Holzschutz, also aktiven Maßnahmen zur Vernichtung bereits vorhandener Schadorganismen, ist der vorbeugende Holzschutz klar zu trennen. Bei letzterem geht es darum, Schadorganismen einen Befall des Holzes mittels chemischer Wirkstoffe von vornherein zu verwehren, es also unattraktiv zu machen.
Je nach Holzschutzmittelverteilung im Holz werden folgende Schutzarten unterschieden:
| Schutzart (Bezeichnung) | Erläuterungen (Eindringung des Holzschutzmittels in das Holz) | Verfahren (Beispiele) |
| Oberflächenschutz |
Keine Eindringung (< 1 mm) |
Streichverfahren, Spritzverfahren |
| Randschutz | Eindringung von wenigen Millimetern | Trogtränkverfahren, Fluten, Sprühtunnelverfahren |
| Tiefschutz | Eindringung von mehreren Millimetern bis Zentimetern | Kesseldruckverfahren, Heiß-Kalt-Einstelltränkverfahren |
Wichtig zu wissen: Die Stärke des Schutzmantels bestimmt im Wesentlichen die Standzeit ( = Lebensdauer!) der Holzprodukte
- Tiefschutz ist besser als Randschutz, Randschutz ist besser als Oberflächenschutz!
Was die Technik der Ein- bzw. Aufbringung von Holzschutzmitteln in bzw. auf das Holz betrifft, so sind im Außenbereich, also den Gefährdungsklassen 3 und 4 nach DIN 68 800-3 zwei große Verfahrensgruppen von Bedeutung:
Wichtig zu wissen: Es gibt eine Vielzahl verschiedener Kesseldruckverfahren! Die für die Imprägnierung von Hölzern für den Garten-, Landschafts- und Spielplatzbau gängigsten sind:
Die DIN 68 800-3 schreibt (sofern für Hölzer für die Verwendung im Außenbereich, also u.a. dem Garten- und Landschaftsbau ein chemischer Holzschutz erforderlich ist und vereinbart wurde) für die Gefährdungsklasse 4 (= Holz in dauerndem Erdkontakt oder ständiger starker Befeuchtung ausgesetzt) die Schutzbehandlung von Holz in Kesseldruckverfahren zwingend vor.
Daneben werden Kesseldruckverfahren überwiegend angewendet für Hölzer der Gefährdungsklasse 3 (= Holz der Witterung oder Kondensation ausgesetzt, aber nicht in Erdkontakt) und zunehmend auch für solche der Gefährdungsklasse 2 (= Holz, das weder dem Erdkontakt noch direkt der Witterung oder Auswaschung ausgesetzt ist, vorübergehende Befeuchtung möglich).
Bei allen Kesseldruckverfahren ist es äußerst wichtig, dass die Tränkparameter genau eingehalten werden: Nur so können die für einen optimalen Schutz erforderlichen Mindesteinbringmengen, Mindestlösungskonzentrationen und Mindesteindringtiefen erreicht werden!
Diese hohen Anforderungen können nur Fachbetriebe erfüllen, wie sie im Deutschen Holzschutzverband für großtechnische Imprägnierung e.V. (DHV) und in der Gütegemeinschaft Imprägnierte Holzbauelemente e.V. (GIH) organisiert sind.
